Oft erwartet man von empfohlenen Büchern mehr, schließlich war jemand recht begeistert von ihnen. Nun mag nicht jeder die Bücher, die auch ich gut finde. Betrachten Sie unten folgendes nur als ein Hinweis auf Literatur, bei der das Geld für das Buch vielleicht eher nicht vergeudet wird. Ob es auch in Ihren Augen tatsächlich ein gutes Buch ist, müssen Sie immer selbst beurteilen. Vielleicht erhält ja das ein oder andere dann ein gutes Urteil.
Bin über eine ältere, sehr schöne, gebundene Ausgabe von Unterm Pont Mirabeau fließt die Seine auf sie aufmerksam geworden. Sie schreibt mit ungewöhnlichem Stil; sehr aus der Gedankenwelt ihrer Protagonistin. Die Grenzen zwischen aktuellem Geschehen und Erinnerung verschwinden oft. Dafür hat man als Leser das Gefühl der weiblichen Hauptperson sehr intim zu begegnen.
In der letzten Zeit waren nicht alle ihrer Titel lieferbar. In Antiquariaten lassen sich aber alle finden: Gilles' Frau mit seinem extremen Ende, Auf der Suche nach Marie und Wenn der Morgen dämmert. Der neuerlich erschienenen Titel sind Vacances. Die letzten großen Ferien sowie der Sammelband mit Erzählungen Als wir träumten.
Juli Zeh hat in Leipzig studiert. Hab' daher von ihr gehört. Ihr erster Roman Adler und Engel ist ziemlich durchgeknallt und abgedreht. Die zweite Erscheinung war eine Art Reisebericht in Kurzgeschichten über Bosnien: Die Stille ist ein Geräusch. Ich war restlos von ihrem Schreibstil beeindruckt, von dem Mut damals allein in so ein Gebiet zu fahren ganz zu schweigen. Aber nach dem Buch denke ich, daß es sicher weniger unsicher war, als ich dachte.
Spieltrieb ist Julis neuester Streich. Aber noch auf meiner zu-lesen-Liste.
Bekannt durch diverse Comics, hat Moers auch eine sagenhafte Fantasiewelt geschaffen. Was viele als Kinderbücher abtun, kann nicht als solches durchgehen, da eine größere Kenntnis der Welt vonnöten ist, um alle ironischen Aspekte und Anspielungen (beispielsweise Buchheim und Frankfurt mit seiner Buchmesse) verstehen zu können.
Die Zamonien-Romane: Mit Die 13½ Leben des Käpt´n Blaubär fing alles an. Dies ist der Band, der noch am ehesten als Kinderbuch durchgehen mag. Ensel und Krete fand ich dann etwas enttäuschend. Von Rumo und die Wunder im Dunkeln war ich aber wieder vollkommen begeistert; besonders das schön geschriebene Ende. Spätestens bei diesem Band muß man jedoch zugeben, daß die Zamonien-Romane für Kinderbücher zu derb sind. Die Stadt der träumenden Bücher ist der letzte erschienene Band und übertrifft die anderen an geheimnisvollen Ideen, Spannung und sprachlichem Anspruch. All die Bücher verbindet Humor und eine fantasievolle Welt, die durchaus Parallelen zu unserer hat.
Ein weiterer Roman von Moers ist Die wilde Reise durch die Nacht. Er gehört nicht in die Zamonien-Reihe. Die Illustrationen sind von einem berühmten Franzosen, Gustave Doré (1832-1883). Dessen Leben nimmt Moers auch als Anregung und konstruiert die Geschichte rund um die schon vorher existierenden Werke Dorés.
Wer keine Krimis mag, wird dieses Buch trotzdem mögen − wer auch Krimis mag, wird dieses Buch lieben. Wie in den meisten Krimis geht es natürlich um einen Toten. Aber das Interessante hier ist, daß durchaus intelligente Schafe wissen wollen, wer für den Tod ihres Hirten verantwortlich ist. Der Tote war nämlich ihr Schäfer. Mehr wird besser nicht verraten.
In Russland ist Akunin in den letzten Jahren zu einem gefeierten Schriftsteller geworden. In Deutschland immer noch weitgehend unbekannt.
Ich empfand die Fandorin-Reihe bisher nicht als klassischen Krimi, denn eigentlich lese ich keine Krimis. Boris Akunin versteht es, die Geschichten stets sehr verschieden zu halten. Man hat nicht das Gefühl, daß die Fälle einfach nach Schema F aufgebaut sind. Bei Miss Marple und Hercule Poirot oder die Fernsehfilme mit Columbo war ich schnell gelangweilt. Hier ganz und gar nicht. Ein anderer Aspekt ist die prägnante Darstellung. Akunin beschreibt nicht seitenweise das Aussehen von Personen oder der Umgebung.
Sein Titelheld strebt nach Gerechtigkeit, und geht dafür nicht immer regelkonform vor. Auch kann in Fandorin eine gewisse Ähnlichkeit zu James Bond gefunden werden. Mit japanischer Kampfkunst und guter Frauenkenntnis, weiß er sich in allen Lebenslagen zu helfen.
Von den ersten Bänden Fandorin und Türkisches Gambit sollte der Leser sich nicht so sehr enttäuschen lassen. Mit dem dritten kommt dann der japanische Diener Masa hinzu. Spätestens dann war ich vom Fandorin'schen Charme gefesselt.
Als Sänger der Band Element of Crime bekannt, hat Regener auch zwei, wie ich finde, gute und humorvolle Bücher geschrieben. Wenn man ihn einmal mit seinem lakonischen Vortragsstil von Lehmann vorlesen gehört hat, kommt man beim Lesen nicht ums Grinsen herum. Herr Lehmann ist der erste Titel, der den West-Berliner mit seinem Alltag im Jahr 1989 vorstellt. In Neue Vahr Süd wird Lehmanns voheriges Leben in Bremen, insbesondere beim Wehrdienst aufs Korn genommen.
Die beiden erschienenen Bände bieten eine humorvolle Sicht auf den damaligen Alltag junger, westdeutscher Leute. Sie halten damit ein Stück Zeitgeschichte fest. Wobei Lehmann nicht wirklich als repräsentativ gesehen werden kann.
25 Erzählungen die es in sich haben. Die Erzählungen sind sehr unterschiedlich, auch was den Noll'schen Stil anbelangt; und doch zusammengenommen sind sie sehr lesenswert!
Herr Mankel schreibt nicht nur Krimis! Er hat eine kleine Reihe an Büchern rund um Afrika geschrieben. Das erste davon, der Chronist der Winde ist mit Abstand das beste davon. So leicht, nachfühlbar und so afrikanisch, kannte ich bisher kein Buch. Mankells Protagonist ist ein afrikanischer Junge. Der Autor schafft es jedoch gekonnt, ohne das sonst übliche Mitleid über das kurze, aber ereignisreiche Leben des Jungen zu schreiben.
Die nachfolgenden Romane der Afrika-Reihe (Die rote Antilope, Tea-Bag und Das Auge des Leoparden) bleiben leider hinter den Erwartungen aus dem Chronist zurück. Hier arbeitet Mankell − unter anderem − seine Vergangenheit in Afrika auf, die vielleicht typisch für Weiße auf diesem Kontinent ist, es gelingt ihm jedoch keine literarische Glanzleistung.
Herrlich.
Ein armes Geschöpf, verstoßen, mit einer zu guten Nase für diese Welt. Seine Geschichte führt dem Leser die Moral unserer ach so schönen Welt vor Augen. Spannend, mit Witz und Biß geschrieben!
Ein beklemmendes Buch.
Wenn man sich intensiver mit Medien und deren Macht auseinandersetzt, zeigt sich, daß Orwells Horror-Idee auch heute gar nicht so unrealistisch ist. Sicher wird es einen derartigen Staat mit einer UN und unserer Weltpolizei nicht geben. Aber wie stark werden wir heute schon durch Medien beeinflußt?! Vor allem wie extrem glaubt die heutige Jugend ohne nachzufragen all das, was ihnen vorgesetzt wird. Ganz besonders im Fernsehen − da sprechen ja die Götter schlecht hin. − Wie kann man eine Gesellschaft besser diktieren, ohne sie ihr Diktat spüren zu lassen? Aber Schluß mit meiner Gesellschaftskritik. Die Ideen hinter dem Buch, auch mit der Sprache sind einfach genial.
Alles was ich dazu sagen kann, wird dem Werk nicht gerecht.
Groß. Schön. Einziger Minuspunkt: allzu berechenbar.
Die Verfilmung bleibt weit hinter dem Buch zurück. Einige tolle Figuren fehlen einfach, wie Tom Bombadil.
Von Follett wird ja viel ver- und gekauft, und nur wenig davon bekommt gute Kritiken.
Die Säulen der Erde ist das einzige was ich von ihm gelesen habe. Es war eine Empfehlung eines guten Freundes − und ich kann ihn immer noch als solchen bezeichnen. Also: lesenswert.
Es ist ein langer historischer Roman, der in England im 12. Jh. spielt. Der Kernpunkt ist der Bau einer Kirche und alle "großen" Menschen, welche die Geschicke der damaligen Zeit lenken − Gute wie Schlechte. Der geschichtliche Hintergrund ist der Tod des Königs Heinrich I., der einen mehrjährigen Thronfolge-Krieg auslöst.
Vom Umfang läßt sich das Werk fast mit dem Herrn der Ringe vergleichen, welcher auch eine Weltgeschichte erzählt. Jedoch ist der Follett eher an tatsächlich Geschehenem orientiert und somit realistischer, ist aber auch genauso erfunden.
Es folgt nun noch eine Aufzählung von Werken, die ich auch empfehlen kann, zu denen ich jedoch keine weitere Beschreibung liefere.